Beirut ist die Hauptstadt von Libanon und zugleich mit mehr als 2 Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes. Vor dem Bürgerkrieg, der der Stadt viele Zerstörungen und jahrzehntelange Lähmung einbrachte, galt das mondäne und liberale Beirut als das Paris des Ostens.

In Beirut sind alle Religionen und Konfessionen des Libanons vertreten. Maroniten, Griechisch- und Syrisch -Orthodoxe und Angehörige anderer christlicher Konfessionen machen etwa die Hälfte der Bewohner Beiruts aus. Sie leben vor allem im Ostteil von Beirut. West-Beirut wird vor allem von sunnitischem Muslim bewohnt, der Süden von Schiiten. Die meisten Juden flohen bei Ausbruch des Bürgerkrieges 1975 aus der Stadt.

Der Ort soll bereits Mitte des 2.Jahrtausends v. Chr. existiert haben. Die Phönizier nannten ihren Stadtstaat Be’erot. Während der hellenistischen Periode wurde daraus Berytus. 635 wurde die Stadt von den Arabern eingenommen und Bayrut genannt. Im 12. und 13.Jahrhundert herrschten in Beirut dann die Kreuzritter. 1291 eroberten die Mamelukken die Stadt, die von da vor allem von den Drusen beherrscht wurde. Anfang des 16.Jahrhunderts übernahmen die Osmanen die Herrschaft über Beirut bis zu Ersten Weltkrieg. Danach bekam Frankreich ein Mandat des Völkerbundes über den Libanon. Bis endlich nach Ende des Zweiten Weltkrieges der Libanon unabhängig und Beirut seien Hauptstadt wurde.

Unter dem Bürgerkrieg und der Einmischung der Nachbarstaaten hatte Beirut besonders zu leiden. Die Stadt war faktisch jahrelang geteilt in Beirut-West, der von Muslimen bewohnt wurde, und in den Ostteil der Christen. Erst 1990 kehrte allmählich wieder Ruhe in die Stadt ein, und der Wiederaufbau konnte begonnen werden. Seit dem Attentat auf den Politiker al-Hariri 2005 und dem darauffolgenden Libanonkrieg im Jahre 2006 war es in Beirut wieder vorbei mit der relativen Ruhe. Israel griff in die Auseinandersetzungen ein, bombardierte Flughafen und Teile der Stadt. Dabei wurden viele Gebäude zerstört und viele Beiruter kamen ums Leben. 1991, nach dem Ende aller Kampfhandlungen und dem Frieden von Ta’if, konnte dann endgültig mit dem Wiederaufbau Beiruts begonnen werden, der vom Beirut Central District zentral geplant und geleitet wird.

Beirut hat 4 Universitäten, unter ihnen die renommierte American University of Beirut, und zahlreiche Niederlassungen und Institute ausländischer Gesellschaften wie das Goethe Institut und das deutsche Orient-Institut. Beirut hat im Süden einen eigenen Internationalen Airport. Das Streckennetz der Bahn wurde während des Bürgerkrieges teilweise zerstört. Der Bahnverkehr wurde seitdem nicht wieder aufgenommen.

Inzwischen hat Beirut auch wieder dem Touristen Einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Einen Besuch wert sind die Museen der Stadt, vor allem das National Museum mit Fundstücken aus den archäologischen Ausgrabungsstätten aus dem gesamten Libanon oder das Sursock Museum, das moderne libanesische Kunst ausstellt. Es gibt einige „angesagte“ Clubs in der Rue Monto und in der Rue Bliss. Abwechslungsreich auch ein Abendspaziergang auf der Corniche, der Strandpromenade von Beirut.

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