Trotz aller Warnungen und der Katastrophe in Japan wird China weiter auf die Atomkraft setzen und als Energiequelle weiter ausbauen. Derzeit befinden sich 26 neue Reaktoren in Bau. Die Planung der Regierung sieht vor, mit dem Bau 40 weiterer Reaktoren zu beginnen. Für 70 weitere liegen die Pläne vor. Die Frage ist nur, ob das wirklich die passende Antwort auf die Geschehnisse ist.

Ungeachtet der Katastrophe in Japan hat der Volkskongress Chinas bei seiner Tagung in Peking ein gigantisches Atomenergieprogramm verabschiedet. Der neue Fünf-Jahr-Plan sieht vor, mit dem Bau 40 neue Atomkraftwerke zu beginnen. Bis 2015 sollen 25 neue Reaktoren ans Netz gehen. Derzeit sind in China 13 Atomreaktoren in Betrieb. Diese Reaktoren liefern etwa 10 Gigawatt Leistung und tragen kaum zur Versorgung bei. Derzeit sind das etwa ein Prozent der gesamten Energiemenge. Chinas Energiebedarf wächst ständig. Schon heute gibt es ein den Ballungsgebieten Probleme, die Stromversorgung aufrecht zu erhalten. Der Bau neuer Städte, die rasch wachsende Wirtschaft und der Ausbau der Infrastruktur fordert viel Energie.

Die Planung des Volkskongresses sieht vor, künftige Engpässe in der Energieversorgung mit einer beschleunigten Erweiterung der Kernenergienutzung zu schließen. Die Abhängigkeit von Kohle und Ölimporten soll gesenkt werden. Kohlekraftwerke liefern zurzeit 70 Prozent der Energie.
Die neuen Reaktoren sollen 2015 etwa 40 Gigawatt Leistung erzeugen. Im Jahr 2020 soll die Kernenergieleistung bei 86 Gigwatt liegen.
Seitens der chinesischen Regierung wird dem Drama von Japan kaum Beachtung geschenkt. Selbst auf der abschließenden Pressekonferenz blieben die möglichen Folgen einer Atomkatastrophe in Japan unerwähnt. Dabei hat das Volk noch nie soviel über die Gefahren der Atomenergie erfahren und nachgedacht. Chinas TV-Sender berichten fast rund um die Uhr vom Erdbeben, von den Verwüstungen und von den Explosionen in den Atomkraftwerken.
Die Entwicklung wirft in der Bevölkerung viele Fragen auf. Ungewiss ist, ob und mit was die chinesische Regierung antworten wird.

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