Kalimantan

Kalimantan ist der südliche Teil Borneos, der zu Indonesien gehört, und ist in 4 Provinzen aufgeteilt.  Das Gebiet entspricht der früheren Kolonie Niederländisch-Borneo.

  • Kalimantan Barat
  • Kalimantan Selatan
  • Kalimantan Tengah
  • Kalimantan Timur

Kalimantan ist eine der am dünnsten besiedelten Gebiete Indonesiens.

Kalimantan Barat (Westkalimantan) ist die westlichste der 4 indonesischen Provinzen Borneos. Der Kapua River ist mit 1143 km der längste Fluss Indonesiens und bildet im Mündungsgebiet und den angrenzenden Küstenregionen ausgedehnte Sumpflandschaften. Im Oberlauf des Kapuas siedeln verschiedene Gruppen der Dayaks. Auch das Hinterland ist flach, eine größere Bergregion gibt es nur im Südosten an der Grenze zur Nachbarprovinz Kalimantan Tengah. Der Kapua entspringt dem Sumpf- und Seengebiet im Danau Sentarum Nationalpark.

Ursprünglich war dies das Siedlungsgebiet der einheimischen Dayaks. Im Zuge des Transmigrasi – Projekt wurden hier Javaner umgesiedelt, die den Reisanbau mitbrachten, was zusätzlich zu den bereits bestehenden Gummi- und Kopra-Plantagen durch die Vernichtung des Regenwaldes zu etlichen ökologischen Problemen geführt hat. In den Städten haben sich auch Chinesen niedergelassen.
In Kalimantan Barat leben rund 4,3 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 146.000 km2. Hauptstadt der Provinz ist Pontianak, die zweitgrößte Stadt mit etwa 100.000 Einwohnern ist Singkawang. Die Provinz war ursprünglich vom Hinduismus geprägt, seit dem 15.Jahrhundert wurde die Bevölkerung vom Sultanat Brunei im Norden Borneos und von Muslims aus dem Süden von Sumatra aus islamisiert.
Pontianak hat 517.000 Einwohner und liegt an der Kapua – Mündung. Über den Hafen von Pontianak werden die wichtigsten Exportgüter Kalimantans, Palmöl, Zuckerrohr, Kopra, Gewürze und Gold exportiert. Außerdem gibt es hier eine größere Schiffswerft. Die Stadt liegt genau auf dem Äquator, das Äquatormonument ist deshalb Wahrzeichen der Stadt. Der Flughafen Supadio verbindet die Stadt und Provinz mit Jakarta, Batam, Pekanbaru, Surabaya, Jakarta, Yogyakarta und Semarang in Indonesien. Es gibt außerdem internationale Direktflüge nach Singapur und Kuching in Malaysia.

Die Provinz Kalimantan Tengah hat rund 2,2 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 152.000 km2 und ist mit 14 Einwohnern pro km2 eine der am dünnsten besiedelten Regionen Indonesiens. Ausgedehnte Sumpfgebiete setzen der Besiedlung enge Grenzen. Neben indigenen Dayak – Stämmen leben in der Provinz vor allem Malaien sowie Javanesen, die hierher im Zuge des Transmigrasi – Projektes umgesiedelt wurden. Hauptstadt der Provinz ist Palangkaraya mit 155.000 Einwohnern. .

Kalimantan Selatan liegt an der Südostspitze Borneos und ist die kleinste Provinz Kalimantans. Hauptstadt ist Banjarmasin mit 580.000 Einwohnern. Der Hafen ist Hauptumschlagsplatz für Tropenhölzer und Kautschuk. Der Holzeinschlag und die Vernichtung des Regenwaldes haben zu erheblichen ökologischen Problemen geführt. In der Region wird auch Kohle abgebaut. Die Küstenbewohner leben vor allem vom Fischfang. Die Provinz war ursprünglich vom Hinduismus geprägt, wurde aber ab dem 16.Jahrhundert zunehmend islamisiert.

Die Provinz Kalimantan Timur liegt im Nordosten von Borneo und ist mit einer Einwohnerzahl von 3,5 Millionen auf einer Gesamtfläche von 211.000 km2 nur dünn besiedelt. Provinzhauptstadt ist Samarinda, zweitgrößte Stadt ist Balikpapan mit einem bedeutenden Erdölhafen. Die Region ist am weitesten wirtschaftlich entwickelt. Es gibt Erdöl und Erdgas – Vorkommen, eine wirtschaftliche Rolle spielen außerdem Gold- und Diamanten – Minen und die Holzindustrie.