Trotz weiterer Militärübungen in Südkorea und den Gerüchten über neue Atomtests in Nordkorea zeigen sich die Regierungen für neue Verhandlungen gesprächsbereit. Anlässlich eines Treffens in den vergangenen Wochen reichten sich die militärischer Vertreter beider Länder die Hände.

Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak hat am Jahrestag des Aufstandes gegen die japanische Kolonialmacht, deren Anführer ebenfalls in Nordkorea verehrt werden, Gespräche angeboten. Lee zeigte sich in seine seinen Ausführungen optimistisch für eine neue Zukunft beider koreanischer Staaten und stellte für die Gespräche keine Bedingungen. Allerdings verlangte der südkoreanische Präsident in seiner Fernsehnansprache ernsthafte Gespräche und warnte davor, vergangene Fehler wiederholt zu begehen. Eine Voraussetzung für erfolgreiche Gespräche ist auch die Beendigung der Entwicklung von Atomwaffen auf koreanischem Gebiet. Im Vergleich zu Ansprachen aus der Vergangenheit vermied Lee in seine Rede, harsche Kritik am Norden zu üben. Südkorea sei bereit, Nordkorea wirtschaftlich zu unterstützen.

Überschattet wird das Gesprächsangebot von militärischen Übungen südkoreanischer und amerikanischer Streitkräfte. Nordkorea reagierte darauf und wird sich nicht provozieren. Der Norden wird das Feuer eröffnen, falls es an der Grenze zu Provokationen kommt. Sie werden alle südkoreanische Orte unter Beschuss nehmen, von denen aus Ballons mit Lebensmittel und Flugblätter Richtung Norden starten. Die südkoreanischen Streitkräfte sind entgegengesetzt aller bisherigen Befehle angewiesen, das Feuer sofort zu erwidern. Bisher sollte sich die Armee Südkoreas bei Grenzkonflikten zurückhalten, um Eskalationen zu vermeiden.

Zudem gibt es Hinweise, dass sich Nordkorea auf einen weiteren Atomtest vorbereitet. Experten rechen damit, dass Nordkorea diesen Test durchführt, um mit breiter Brust an den Verhandlungstisch zukehrt, nachdem die Gespräche zwischen Vertretern beider Regierungen Mitte Februar gescheitert sind. Südkorea hat in diesen Gesprächen vom Norden eine Entschuldigung für den Artilleriebeschuss der Insel Yeonpyeong gefordert.

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