Laos hat sich erst in den letzten Jahren allmählich für den Tourismus geöffnet und gilt eigentlich immer noch mehr als Insider-Tipp für Südostasien-Reisen.

Die Verantwortlichen haben aber trotzdem relativ schnell gemerkt, dass sie hier mit dem reinen Massentourismus und die Vielzahl an Pauschalurlaubern nicht weit kommen werden. Und gerade deshalb setzen sie auf ein anderes Pferd: Den sanften und nachhaltigen Öko-Tourismus. Doch was bedeutet das?

Unberührte Natur und vergessene Stätten

Laos liegt umgeben von Thailand, Vietnam, Kambodscha, Myanmar und China – und hat keinen direkten Zugang zum Meer. Durch seine sich noch in den Kinderschuhen befindende Infrastruktur und der Tatsache, dass Laos nicht über die typischen Postkarten-Strände wie Thailand oder Vietnam verfügt, wurde Laos von Urlaubern bei der Reisezielwahl lange Zeit vernachlässigt. Doch das Verhalten ändert sich nun langsam aber stetig.

Mahout badet Elefant

Mahout badet einen Elefanten in Laos

Die laotische Regierung versucht mit vielen verschiedenen Projekten den Öko-Tourismus zu fördern und zu etablieren. Ziel ist es hierbei nicht nur die Natur zu erhalten und zu schützen, sondern auch die Wirtschaft im eigenen Land zu stärken – und zwar dort, wo es nötig ist, nämlich bei den Einwohnern. Eco-Reisen, wie der Öko-Tourismus auch genannt wird, sind sehr vielfältig und abwechslungsreich: Wandern, Trekking, Mountainbiken, ornithologische Touren durch den Dschungel, Raften oder Kayaking auf den zahlreichen Flüssen Laos‘ – die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Und das stets unter der Prämisse der Nachhaltigkeit.

Die Stärkung der Bewohner

Die laotische Regierung hat in den letzten Jahren zahlreiche Gebiete zu Naturschutzzonen und Nationalparks erklärt, um sie auf diesem Weg vor der Rodung und der endgültigen Zerstörung zu bewahren.
Gleichzeitig haben die Verantwortlichen einen völlig neuen Weg eingeschlagen: Mit der Errichtung der Nationalparks haben sie auch die Bewohner mit ins Boot geholt. Bei der Schaffung der „Phou Khao Khouay National Protected Area“ zum Beispiel wurden die Bewohner der Region von Anfang an bei jeder Entscheidung mit einbezogen. Sie durften eigene Vorschläge machen und wurden auch tatsächlich angehört. Englisch-Kurse, Ausbildungen zu Tour Guides, Fahrern, Köchen und allen Positionen, die man braucht, um mit dem Touristenstrom klarzukommen, wurden von lokalen Einwohnern besetzt.

"We are local" Aktionen in Laos
Und die Investition hat sich gelohnt: Das Phou Khao Khouay Naturschutzgebiet nur 40 km nördlich von der Hauptstadt Tianane, ist mittlerweile eines der beliebtesten Ausflugsziele in Laos. Man kann dort nicht nur die atemberaubenden Sandsteingebirge erklimmen oder auf eine wilde Kayak-Tour gehen, sondern auch die Nacht bei freundlichen Dorfbewohnern, die ihr eigenes Haus zur Verfügung stellen, verbringen.

Heute wird das komplette Naturschutzgebiet von den Dorfeinwohnern betrieben und gemanagt – und das äußerst erfolgreich.

Das Nam-Ha Projekt

Die UNESCO hat schon lange die Schönheit und Bedeutung Laos‘ erkannt und ernannte gleich zwei seiner historischen Stätten zum Weltkulturerbe: Die Stadt von Luang Prabang sowie der Wat Phou Tempelkomplex. Doch damit nicht genug. Das Nam-Ha Projekt ist ein von der UNESCO und vielen internationalen Organisationen entwickeltes und unter anderem von der neuseeländischen Regierung finanziertes Projekt, das den Laoten dabei helfen soll, sich selbst zu helfen. Das Projekt wurde mittlerweile vielfach prämiert und hat unter anderem im Jahre 2002 den von den British Airways vergebenen Preis „Tourism for Tomorrow“ in der Kategorie für Nationalparks- und Schutzgebiete gewonnen.

Wat Wisunalat

Wat Wisunalat

Wie kann man seinen Teil beitragen?

Das ist einfach. Schon bei der Buchung sollte man lokalen Anbietern, Tourguides, Hotels und Läden immer den Vorzug vor internationalen, anonymen Ketten geben. Doch Eco-Reisen bedeutet noch mehr. Es bedeutet, den Bewohnern und der Kultur gegenüber nicht nur Respekt, sondern auch Interesse zu zeigen, die Natur so zu hinterlassen, wie man sie vorgefunden hat und zu versuchen, möglichst alles wieder so zu hinterlassen, wie man es vorgefunden hat.
Möchte man sich aktiv an den Projekten für mehr Nachhaltigkeit und dem Schutz der Natur und Kulturgüter widmen, freuen sich die Organisatoren über jede helfende Hand – auch, wenn die Hand nur finanzielle Unterstützung bietet. Laos Tourismus mag noch jung sein, aber er ist auf dem richtigen Weg. So werden das Land und seine Bewohner gestärkt, die Kultur bewahrt und die wundervolle Natur bleibt in ihrer ganzen Schönheit erhalten.

 

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