Nordkorea – die Demokratische Volksrepublik Korea

Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk – die Demokratische Volksrepublik Korea

Nordkorea umfasst den gesamten nördlichen Teil der koreanischen Halbinsel. Das Land gilt als eines der letzten kommunistischen Bastionen der Erde. Es wird streng diktatorisch regiert und gilt als das restriktivste politische System unserer Zeit.

Karte von Nordkorea

Karte von Nordkorea

Geographisch grenzt Nordkorea an China (Norden), Russland (Nordosten) und Südkorea. Die westliche Grenze bildet das Gelbe Meer, die östliche das Japanische Meer. Die innere Grenze zu Südkorea wird „demilitarisierte Zone“ genannt. Nord- und Südkorea sind geteilte Länder.

Die Teilung begann nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Spaltung Koreas in eine U.S.-amerikanische und eine sowjetische Zone. 1948 gingen aus diesen Zonen zwei unabhängige Staaten hervor, deren Schicksal an das geteilte Deutschland erinnert. Der Koreakrieg von 1950 bis 1953 besiegelte dann die traurige Spaltung der koreanischen Halbinsel.

Nordkorea zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Seine Bevölkerung wird von allen westlichen Einflüssen abgeschottet. Der diktatorische Staat steht immer wieder wegen seines Kernwaffenprogramms und militärischer Drohungen (Anwendung von Atomwaffen) im Visier der Öffentlichkeit. Südkorea will sich jedoch von den Drohgebärden des kommunistischen Nachbarn nicht provozieren lassen.

Das Verteidigungsministerium in Seoul äußerte im April 2013 die Ansicht, dass Pjöngjang nicht in der Lage sei, Nuklearraketen einzusetzen. (Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/nordkorea-suedkorea-zweifelt-an-kims-atom-power-a-893936.html )
Nordkorea wird von supranationalen Organisationen wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen angeklagt. Jeder zwanzigste Bürger Nordkoreas ist Mitglied des Militärs. Das Land unterhält traditionsgemäß freundschaftliche Beziehungen zur VR China, die allerdings auch die ständigen militärischen Provokationen Nordkoreas getrübt werden.

Daten und Fakten zu Nordkorea

Die Hauptstadt Nordkoreas ist Pjöngjang, die Landessprache Koreanisch. Die Staatsform Koreas ist offiziell eine Volksrepublik, de facto jedoch die Diktatur eines Familienclans, der aus etwa 200 Familien besteht. Ewiger Präsident ist Kim Il-Sung (gestorben am 8. Juli 1994). Oberster Staatführer ist dessen Nachfahre Kim Jong-Un, der gleichzeitig Regierungschef und Vorsitzender der nationalen Verteidigungskommission ist. Nordkoreas Gesamtfläche beträgt 120.538 km² und hat eine Bevölkerung von etwa 24 Millionen Einwohnern – mit einer Steigerung von jährlich etwa 0,38 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner beträgt 1.152 U.S.-Dollar. Die Kultur des Landes ist von der Verherrlichung der Führer Kim Il-Sung und Kim Jong-Il geprägt. Militärparaden sind an der Tagesordnung.

Reiseinformationen für Nordkorea

Ausländischen Individual-Touristen ist es nicht möglich, die Demokratische Volksrepublik Korea zu bereisen. Zugelassen werden nur Gruppenreisen, die vom Sicherheitsdienst streng überwacht werden. Alle Besuche sind genehmigungspflichtig. Kontakte mit Einheimischen sind nicht möglich. Es gibt nur eine sehr einfache touristische Infrastruktur in Nordkorea. Für die Genehmigung von Besuchen ist die staatliche Tourismusorganisation Ryohaengsa zuständig. Im Jahr 2011 besuchten etwa 6.000 westeuropäische Touristen das Land. Die Einfuhr von Mobiltelefonen ist verboten; sie müssen bei Einreise abgegeben werden.

Nordkoreas Wirtschaft

Nordkorea ist durch eine streng zentralisierte Planwirtschaft geregelt, die auf Autarkie ausgerichtet ist („Chuch’e-Ideologie). Alle Industrien befinden sich in staatlichem Besitz. Der Verlust der Handelspartner im ehemaligen kommunistischen Ostblock hat wesentlich zum Zusammenbruch der Wirtschaft Nordkoreas beigetragen.

Aufgrund nicht bezahlter Kredite werden Bürgschaften nordkoreanischer Banken auf internationaler Ebene nicht anerkannt, was den Außenhandel erschwert. Die Bevölkerung des Landes ist auf Hilfslieferungen von Lebensmitteln ausländischer Organisationen angewiesen. Die Vereinten Nationen schränkten Ihre Nahrungsmittelhilfe ein, nachdem sich Nordkorea weigerte, sein Atomwaffenprogramm einzustellen. Nordkorea gibt keine Auskunft über detaillierte Daten zu seiner Wirtschaft.

Sonderwirtschaftszone Kaesong

Etwa zehn Kilometer vor der Grenze zu Südkorea existiert ein einzigartiges Gemeinschaftsprojekt der beiden ungleichen Brüder: In der Sonderwirtschaftszone in Kaseong arbeiten 53.000 nordkoreanische Arbeiter für über 100 südkoreanische Unternehmen. Dort werden Textilien, Haushaltsgeräte und Autoteile produziert. Der Industriekomplex entstand im November 2002. Die Steuern und Lizenzeinnamen, die in Kaesong erwirtschaftet werden, sind eine wichtige Einnahmequelle Nordkoreas. Die nordkoreanischen Arbeiter erhalten in Kaesong einen Durchschnittslohn von 130,- U.S.-Dollar im Monat. In Kaesong gibt es auch eine Filiale der japanischen Supermarkt-Kette „Family Mart.“

Die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea

Nur 50 Kilometer von Südkoreas Hauptstadt Seoul entfernt liegt der Grenzort Panmunjom. Hier wird der Kalte Krieg real gelebt. An der Grenzlinie stehen Militärbaracken, innen drin nord- und südkoreanische Soldaten, die sich mit starrem Blick gegenüber stehen. Ein schauerlicher Anblick. Außerdem kann man einen Infiltrationstunnel besichtigen, der von Nordkorea nach Südkorea gegraben wurde.

An einem Aussichtspunkt hat man einen weiten Blick über die Grenze hinweg nach Nordkorea hinein. Fotografieren ist an der Grenze verboten und wird streng kontrolliert. Touristen können diese Grenzregion innerhalb geführter Gruppenreisen besuchen, die man in der Hauptstadt Seoul buchen kann.
Doch die unbesiedelte Zone zwischen den zwei Welten birgt ein wahres Paradies: Das Niemandsland ist ein beeindruckendes Naturreservat, eines der unberührtesten Ökosysteme der Erde. In diesem Gebiet gedeiht eine einzigartige Vielfalt an Flora und Fauna, unberührt von jeglicher Menschenhand. Das gesamte Gebiet ist 250 Kilometer lang, vier Kilometer breit und hat eine Gesamtfläche von 992 km².

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Nordkorea

Seit März 2001 gibt es zwischen Deutschland und Nordkorea offizielle politische Beziehungen. Vorher betrieb die Bundesrepublik ein so genanntes „Verbindungsbüro“, das aus der ehemaligen Botschaft der DDR hervorgegangen ist. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde dieses Büro von der Bundesrepublik weiter geführt, zunächst als Interessenvertretung, bei der Schweden als Schutzmacht fungierte. Gleichzeitig wandelte Nordkorea seine Botschaft in Ost-Berlin in ein „Büro für den Schutz der Interessen der Demokratischen Volksrepublik Korea“ unter der Schutzmacht der VR China um.

Die bilateralen Beziehungen unterliegen den Sanktionen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union. Die derzeitigen politischen Beziehungen sind geprägt von den Konflikten Nordkoreas mit der westlichen Welt, vor allem den militärischen Drohungen der letzten Jahre. Nordkorea enthält keine Entwicklungshilfe von Deutschland, jedoch kommt es immer wieder zu humanitären Hilfsmaßnahmen und –lieferungen.

Vor allem die Deutsche Welthungerhilfe ist im koreanischen Norden aktiv. Es finden keine Besuche von Regierungsvertretern oder sonstigen Personen des öffentlichen Lebens statt. Eine Ausnahme bildete der Deutschland-Besuch des Sportministers Pak Myong-Chol, der im Sommer 2011 zur Eröffnung der Frauen-Fußballweltmeisterschaft nach Deutschland reiste.

Auch haben deutsche Bundestagsabgeordnete bereits offiziell Nordkorea besucht. (Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/KoreaDemokratischeVolksrepublik/Bilateral_node.html )

Austauschprogramme zwischen Deutschland und Nordkorea

Die Koreaner sind sehr an Kultur interessiert und mögen klassische Musik und Literatur. An der Pjöngjanger Kim-Il-Sung-Universität ist ein Lektor des DAAD – des Deutschen Akademischen Austauschdienstes tätig.

Das Programm führte zu Forschungsaufenthalten nordkoreanischer Akademiker in Deutschland. Aufgrund der Sanktionen der UN dürfen keine Ingenieure und Naturwissenschaftler nach Deutschland reisen.