Wirtschaft
Wirtschaft in Asien
Asien ist mit einem Drittel der gesamten Landmasse der Erde der flächenmäßig größte Erdteil. Insgesamt befinden sich in Asien je nach Zählweise 47 bis 50 Länder, deren wirtschaftliche Situation unterschiedlicher nicht sein kann. Angefangen bei Katar und Singapur, die beim Einkommen pro Kopf zu den reichsten Ländern der Welt gehören, bis hin zu Entwicklungsländern sind hier sämtliche Wirtschaftsbereiche zu finden. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist Asien seit 2010 der größte Wirtschaftsraum der Erde, 2024 entfielen rund 36 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung auf den Kontinent. Die größten Volkswirtschaften Asiens sind China mit rund 19 Billionen US-Dollar (2025), dahinter Japan und Indien mit jeweils gut 4 Billionen, gefolgt von Südkorea, der Türkei und Indonesien.
Nach Afrika hat Asien die meisten Entwicklungsländer. Zu den ärmsten zählen Afghanistan, Jemen, Nepal, Myanmar, Laos, Kambodscha, Tadschikistan und Kirgisistan. Die Volksrepublik China und Indien führen die Vereinten Nationen zwar weiterhin als Entwicklungsländer, beide sind aber Atommächte und gehören längst zu den größten Volkswirtschaften der Welt: China ist seit 2010 die Nummer zwei hinter den USA, Indien liegt seit 2025 mit Japan nahezu gleichauf um Platz vier.
Neben den Entwicklungsstaaten sind Taiwan, Japan, Südkorea, Singapur und Israel nicht nur Industrienationen, sondern in einigen Bereichen sogar weltweit führend, wie etwa in der Hochtechnologie. Hinzu kommen die Erdölstaaten am Persischen Golf, Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Iran und Irak, sowie Russland und Kasachstan, die als „eingekaufte“ Industrieländer gelten. Der Grund ist die Erdölförderung, wodurch die genannten Länder als Hauptförderer weltweit gelten. In Zahlen ausgedrückt: Gut die Hälfte der weltweit nachgewiesenen Rohölreserven liegt allein im Nahen Osten, dazu kommen die Vorkommen Russlands und Zentralasiens (Stand 2024). Neben Erdöl fördern zahlreiche Länder Asiens weitere Rohstoffe, wie etwa Eisen, Zinn, Platin, Chrom, Zink, Kohle und auch Blei.
Zahlreiche asiatische Wirtschaftsbündnisse
Im Jahr 1960 wurde die OPEC, die Organisation Erdöl exportierender Länder, gegründet. Sie soll die weltweite Ölversorgung sicherstellen und durch eine gemeinsame Ölpolitik einem Preisverfall entgegenwirken. Katar hat die OPEC 2019 verlassen, die Vereinigten Arabischen Emirate sind zum 1. Mai 2026 ausgetreten.
Seit 1967 existiert die ASEAN, der Verband Südostasiatischer Nationen, zu dem Singapur, die Philippinen, Malaysia, Indonesien, Thailand, Brunei, Vietnam, Myanmar, Laos, Kambodscha und seit Oktober 2025 als elftes Mitglied Osttimor gehören. Papua-Neuguinea hat Beobachterstatus. Durch die Zusammenarbeit dieser Länder soll der wirtschaftliche Aufschwung gefördert werden.

ECO, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit, wurde 1985 ins Leben gerufen. Ihr gehören die Türkei, Pakistan und Iran an, seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion auch Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan, Aserbaidschan und Afghanistan. Innerhalb dieses Bündnisses sind vor allem die reichen Bodenschätze einiger Länder hervorzuheben, außerdem kommen den Mitgliedsstaaten strategisch wichtige Positionen als Transitländer zu.
Durch die Gruppe der acht Entwicklungsländer, D-8, die 1997 gegründet wurde, soll die Stellung der Länder in der Weltwirtschaft durch neue Handelsbeziehungen verbessert werden. Zu diesem Bündnis gehören die asiatischen Länder Pakistan, Iran, Malaysia, Indonesien, Bangladesch und die Türkei, dazu Ägypten und Nigeria. Ende 2024 wurde Aserbaidschan als neuntes Mitglied aufgenommen.
Zusammen mit den USA und Australien hat Japan 1989 die APEC, die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft gegründet. Hierbei soll eine Freihandelszone entstehen, die alle Pazifik-Anrainerstaaten umfasst. Das 1994 vereinbarte Ziel, bis 2020 freien Handel zwischen allen Mitgliedern zu erreichen, wurde nur teilweise umgesetzt; seit 2020 gilt die Putrajaya-Vision mit Zielhorizont 2040.
Asien und die Landwirtschaft
Aufgrund der Größe Asiens, ganz besonders aber durch die Nord-Süd-Erstreckung, findet man nahezu alle Vegetationszonen. Angefangen von der polaren Tundra im Norden, bis hin zum tropischen Regenwald im Süden des Kontinents.
Somit ist auch klar, dass in einigen Bereichen des Kontinents keine Landwirtschaft betrieben werden kann, so zum Beispiel im Hochland von Tibet. Besonders in den Steppen Asiens spielt die Viehhaltung eine große Rolle. Die Arabische Halbinsel, große Teile Vorderasiens und Innerasiens werden vom Anbau von Baumwolle und Datteln geprägt. Weizen findet man von Westsibirien bis nach Kasachstan und in Ostchina. In großen Teilen Südasiens, ebenso wie in Südchina, wird Reis angebaut, ebenso wie Erdnüsse, Zuckerrohr und nicht zu vergessen, Tee. Bangladesch, lange eines der ärmsten Länder Asiens und heute beim Einkommen pro Kopf fast gleichauf mit Indien, ist im Export von Rohjute weiterhin Spitzenreiter.
Reisterrassen
Das asiatische Straßennetz
Aufgrund der unterschiedlichen Vegetationszonen und der wirtschaftlichen Situation der Länder ist das Straßennetz mal mehr, mal weniger gut ausgebaut. Japan, Malaysia, Singapur, Südkorea, Israel und die Philippinen können auf ein funktionierendes Straßennetz zurückgreifen, in allen anderen Ländern kommt man mehr oder weniger gut von A nach B. Zwar werden gerade die Fernstraßen immer weiter ausgebaut, schon allein deshalb, um den Handel mit Waren zu gewährleisten, dennoch setzen viele Länder parallel auf einen weiteren Ausbau der Wasserstraßen. Und natürlich spielt die Luftfahrt eine wichtige Rolle, ebenso wie der Transport per Eisenbahn. China hat seit 2008 das mit Abstand größte Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt aufgebaut, Ende 2024 waren es rund 48.000 Kilometer, und Indonesien hat 2023 mit der Strecke Jakarta Bandung die erste Hochgeschwindigkeitsbahn Südostasiens eröffnet.