Die indische Regierung sagt in ihrem Haushaltsentwurf für das nächste Jahr ein Wirtschaftswachstum von neun Prozent voraus. Dieser Aufschwung geht aber an den armen Bevölkerungsschichten in Indien vorbei, denn sie haben unter der Inflation zu leiden.

Mit 1,18 Milliarden Einwohnern ist Indien hinter der Volksrepublik China das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt. Auch wenn die zunehmende Privatisierung und die Deregulierung der vom Staat gelegten Volkswirtschaft seit 1991 für ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum sorgen, haben etwa 44 Prozent der Bevölkerung weniger als einen Dollar pro Tag mit steigender Tendenz zur Verfügung. Große Teile der Bevölkerung sind verarmt und können sich nicht ausreichend mit Nahrungsmittel versorgen.

Der Aufstieg Indiens zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt sorgte für Hoffnung. In einigen Branchen hat Indien weltweites Spitzenniveau erreicht. Auch der Tourismus oder die Filmindustrie entwickelten sich zu bedeutenden Wirtschaftszweigen. Ungeachtet dessen bleibt Indien weiter ein Entwicklungsland. Das Bruttoinlandprodukt steigt zwar jährlich weiter an, liegt aber gemessen an der hohen Einwohnerzahl Indiens immer noch sehr niedrig. Inflation, Wirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit und geringe Exportzahlen wirken sich negativ aus. Zudem platzen die Städte aufgrund der Landflucht aus allen Nähten. Immer mehr Menschen siedeln sich in den Slums an.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel gestaltet sich zunehmend schwieriger und lässt die Preise in der Höhe schnellen.
Trotz der anhaltenden internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise träumt Indien weiter von zweistelligen Wachstumszahlen. Im Jahr 2012 soll das Wachstum bei neun Prozent liegen und in den nächsten Jahren weiter steigen. Premierminister Manmohan Singh warnte aber gleichzeitig vor den Auswirkungen der Inflation, die als Folge der Krise die Bevölkerung zunehmend verarmen lässt. Die Inflationsraten liegt deutlich über acht Prozent. Die Preise bei Lebensmittel stiegen sogar um 17 Prozent.

In dem neuen Haushaltsentwurf versucht die indische Regierung auf diese Probleme einzugehen und plant die Sozialausgaben um etwa 17 Prozent zu erhöhen. Gleichzeitig kündigt die Regierung ein Gesetz zur Bekämpfung der Armut und der Unterernährung an.

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