Jakarta ist die Hauptstadt von Indonesien. Seit Jahrhunderten war diese Siedlung, während der Kolonialzeit der Holländer unter dem Namen Batavia, Stützpunkt und Handelszentrum für ganz Ostindien.

National Monument Jakarta - Indonesien

National Monument Jakarta

Der deutsche Caspar Schmalkalden bereits als Soldat und Matrose in holländischen Dienste bereits in den 1646 bis 1652 die niederländischen Besitzungen in Ostindien , wobei Batavia mehrmals angesteuert wurde.

In seinen handschriftlichen Notizen mit handkolorierten Zeichnungen illustriert, beschreibt sehr anschaulich das damalige Leben in der Kolonie, Aussehen und Kleidung der Javaner sowie einiger Tierarten, u.a. Elephant und Rhinoceros, die damals in Europa noch völlig unbekannt waren.

Diese Notizen wurden im Museum Gotha vor einigen Jahrzehnten aufgespürt und vom Kurator Wolfgang Joost 1983 veröffentlicht (Die wundersamen Reisen des Caspar Schmalkalden nach West und Ostindien 1642 – 1652, VEB F.A. Brockhaus Verlag, Leipzig, 1983):

Batavia ist itziger Zeit die Hauptstadt und Colonia der Holländer in India, allwo alle Schiffe, so aus Holland kommen, anfahren und ausladen müssen. Sie werden auch allda wieder aufs neue beladen und hin und wieder an viele Orte in ganz India verschicket.

 

Das Castell oder Fort samt der halben Stadt liegt an der Ostseiten des Flusses Jacarta, das Vierkant aber und die andere halbe Stadt an der Westseiten und wird die englische Seite genannt. Die Stadt ist mit einer hohen Mauer und tiefen Wassergräben umgeben, und stehen in der Mauer gegen alle Gassen große viereckige Türme, welche mit vielen Stücken versehen und mit Soldaten besetzt sind.

Smog über Jakarta - Indonesien

Smog über Jakarta

Durch die Gassen, so alle nach der Schnur gleich angeleget, gehen Wassergräben, so mit wachsendem Wasser voll- und mit fallendem ablaufen. Die Bürger oder Inwohner der Stadt Batavia sind entweder Indianer oder Holländer. Unter diesen werden verstanden alle Nationen, so aus Europa in Compagniediensten hineinkommen sind, unter jenen aber alle indianischen Nationen als Javaner, Malayer, Sinesen etc.

Die Javanen und Malayer haben auch ihre Handlung an gewissen Orten. Anstatt der Schiffe gebrauchen sie eine Art von Kähnen, so sie Prauwen oder Currurren nennen…“ Auch im frühen 17.Jahrhundert war Batavia also schon einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte und Umschlagsplätze zwischen Südostasien und Europa.

Die verschiedenen Nationen lebten hier recht friedlich zusammen, allerdings schon jede Volksgruppe in ihrem Teil der Stadt. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Nach wie vor ist Jakarta eine der wichtigsten Drehscheiben im Handel zwischen Ost und West.

Von Jakarta als Regierungs- und Verwaltungssitz versucht man das nach den Unabhängigkeitskriegen neugeründete Riesenreich Indonesien mit teilweise drakonischen Maßnahmen zusammenzuhalten.

So wurden im Verlaufe des Transmigrasi – Projektes Javaner von der überbevölkerten Insel Java in dünn besiedelte Regionen Sumatras, Kalimantan, West-Papuas und auf vielen andere Inseln umgesiedelt, wodurch die indigenen Bevölkerungsgruppen der Dayaks, Papuas und Orang Asli – um nur einige zu nennen – zurückgedrängt, zu Minderheiten im eigenen Land und ihrer kulturellen Identität beraubt wurden.

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Lage von Jakarta: By TUBS [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 , via Wikimedia Commons

Seit dem Rückzug der Niederländer aus ihren „ostindischen“ Kolonien gab man der Stadt wieder ihren ursprünglichen Namen Jakarta. Heute hat die Kernstadt ohne Vororte bereits 9,6 Millionen Einwohner. Jakarta wächst kontinuierlich mit den Nachbarstädten Bogor, Bekasi, Depok und Tangerang zu der Megapole Jabotabek zusammen, die insgesamt mehr als 28 Millionen Einwohner javanischer, sundanesischer, malaiischer, indischer, chinesischer, arabischer und holländischer Abstammung hat. Mehr als als 85 % der Bewohner sind Muslime, es gibt etwa 6 % Christen, sowie 4 % Hindus und Buddhisten.

Der Soekarno – Hatta International Airport ist einer der wichtigsten Flughäfen Südostasiens. Hier kommt der Reisende aus Europa in der Regel in Indonesien an, wenn er nicht gerade eine Pauschalreise nach Bali oder Lombok gebucht hat. Da bekommt man in Jakarta den ersten Eindruck vom Verkehrsgewühl einer indonesischen Großstadt. So wollen die meisten Touristen sofort weiter nach Yogjakarta oder eine der anderen Inseln des indonesischen Archipels. Doch auch Jakarta hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten.

So empfiehlt sich vielleicht als Erstes ein Besuch des Taman Mini Indonesia Indah , einer Art indonesischer Miniland und Freilichtmuseum, in dem einen ersten Überblick über die Vielfalt an Landschaften, Baustilen, Kulturen und Folklore bekommt.

Taman Mini Indonesia Indah

Taman Mini Indonesia Indah – Hauptgebäude: By Gunawan Kartapranata (Own work) [CC-BY-SA-3.0 , via Wikimedia Commons

Wer sich für indonesische traditionelle Musik und Tanz interessierte kommt in Jakarta voll auf seine Kosten. Neben der ursprünglichen Pribumi – Kultur der Javaner und Sundanesen, hat sich im Schmelztiegel Jakarta eine ganz spezielle Kulturform unter den Betawis, den Einwanderer aus anderen Inseln des Archipels und aus China, Indien und Europas entwickelt. Dazu zählen die Gambang Kromong Musik, der Ciokek Tanz und die Operettenform des Lenong.

Natürlich kann man auch in Jakarta dem meditativen Rhythmus eines Gamelan–Orchesters lauschen oder eine Aufführung des Wayang-Orang aus den Mamayana – Mahabhrarata besuchen. Es gibt eine Vielzahl von Museen.

Gamelan Musik

Gamelan Musik: By Bernard Gagnon (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 , via Wikimedia Commons

Eines der für den europäischen Besucher interessantesten Museen Jakartas ist sicher das Wayang–Museum, in dem die Schattenspiel- und Stabpuppen des beliebten traditionellen Puppentheaters gezeigt werden.

Wayang Museum

Wayang Museum: I, BrokenSphere [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0 , via Wikimedia Commons

Im Balai Seni Rupa Museum für Kunst, Malerei und Keramik kann man eine umfangreiche Sammlung indonesischer Malerei und Keramiken aller Inselgruppen sehen. Im Museum Pabat, dem Nationalmuseum – einem der größten Südostasiens, kann man sich über die Geologie, den Vulkanismus des Pazifischen Feuerrings, sowie Brauchtum und Volkskunst des indonesischen Vielvölkerstaates informieren.

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